Fahrräder aus Bambus - leicht, robust und umweltfreundlich

Es gibt Fahrräder aus Bambus? Das klingt für manche erst einmal absurd. Letztlich geht es auch nicht darum, alle Teile des Fahrrads aus Bambus herzustellen – das lässt sich natürlich nicht umsetzen. Kettenantrieb, Schaltung, Lenker, Räder: all das besteht auch beim Bambusfahrrad aus den gewohnten Materialien. Zwar können auch Schutzbleche oder andere Kleinteile, wie Pedale, durch Bambus ersetzt werden, primär wird aber beim Rahmen an Metallen gespart. Warum also lohnt es sich, Stahl und Aluminium durch Bambus zu ersetzen?

Weltkarte Bambus Sorten

Werkstoff Bambus: ökologische Probleme erfordern Innovation


Aluminium ist aus der modernen Welt kaum wegzudenken. Seine hohe spezifische Festigkeit ermöglicht Konstruktionen mit der gleichen Stabilität von Stahl bei halbiertem Gewicht. Unter anderem diese besondere Eigenschaft hat Aluminium seinen Einzug in alle Lebensbereiche ermöglicht. Abgesehen von der nachgewiesenen Neurotoxizität von Aliminium gibt es aber auch problematische Nebenerscheinungen der Aluminiumgewinnung und -verarbeitung. So lassen sich in der Atmosphäre mittlerweile Schwermetalle, wie unter anderen Blei, Cadmium und Quecksilber, nachweisen.

Einer der industriellen Ursprünge von Cadmium, Quecksilber oder auch Arsen liegt in der Aluminiumindustrie, die in einem sehr energieintensiven Verfahren Aluminium aus Bauxit-Erz extrahiert. Dabei fällt sogenannter Rotschlamm an, der neben umweltschädlichen Laugen auch diese Stoffe enthält. Die Schwermetalle werden aufgrund des Kontakts mit der Lauge hoch flüchtig und finden – bei unsachgemäßer Handhabung und Entsorgung der Abfälle – ihren Weg letztlich in die Atmosphäre.

Glücklicherweise entwickelt sich zunehmend ein allgemeines Bewusstsein für schädliche Aspekte gängiger industrieller Prozesse und findige Leute entdecken ökologische Alternativen für nützliche, aber auch problematische Werkstoffe. So wurde gerade im Bambus eine wertvolle und ökologisch schonende Alternative für Stahl und Aluminium gefunden.

Bambus Möbel

Bambus als Alternative zu Stahl und Aluminium

Die Verwendung von Bambus als Werkstoff ist prinzipiell keine Neuentdeckung. Schon seit vielen Jahrhunderten findet das Süßgras Verwendung, lange fast ausschließlich dort, wo es auch heimisch ist. Langsam aber sicher findet Bambus seinen Weg auch in unsere Breitengrade, wo es als gebietsfremder Baustoff lange unbeachtet blieb. Bambus wird jetzt bereits häufig eingesetzt als Bambuszaun, Deko-Element, natürlichen Sichtschutz im Garten in Form einer Bambuswand oder als Werkstoff. Auch Möbel, Kletter- und Baugerüste, Brücken und vieles mehr werden mitunter schon aus Bambus gebaut.

Kaum eine Pflanze wächst so schnell wie Bambus. Eine bereits etablierte Pflanze kann nach der Ernte innerhalb von 3 Jahren wieder auf 20m Höhe wachsen. Laubhölzer benötigen bis zur Schlagreife in der Regel rund 35 Jahre. Manche Bambusarten können sogar bis zu einem Meter am Tag wachsen. Gleichzeitig ist es, im Vergleich zu vielen Holzsorten, sehr leicht.

Chinesisches ZitatDabei produzieren sie ein Material, das so stabil ist, dass im Vergleich Stahl in Punkto Zugfestigkeit (95N/mm2) dem Bambus (120 N/mm2) deutlich unterliegt. Die Biegefestigkeit von Bambus liegt mit 151N/mm2 ebenfalls sehr hoch und zeichnet Bambus damit als optimalen natürlichen Werkstoff für tragende Konstruktionen. Die inneren Schichten sind biegsam und weich, die äußeren fest und stabil. Dadurch ist das Material sehr flexibel und bricht kaum. Aufgrund seiner natürlichen Faserstruktur ergibt sich für den Fahrradbau der weitere Vorteil, dass Erschütterungen und Vibrationen besser abgefedert werden, als von Stahl. Auch rostet der Rahmen nicht und wiegt in etwa so viel, wie ein Aluminiumrahmen. Dadurch ist Bambus also hervorragend zur Herstellung von Fahrradrahmen geeignet!

Farbliche Variationen sorgen für Abwechslung

Räder mit Bambusrahmen liegen im Trend. Das ist auch kein Wunder..Sie sind leicht, widerstandsfähig und sehen großartig aus. Auch eine farblich abwechslungsreiche Gestaltung ist möglich, wenn beispielsweise farbige Metallverbindungen oder verschiedene Arten von Bambus verwendet werden. Hieraus ergibt sich dann ein trendiger Camouflage-Look. Um das Holz vor Witterungseinflüssen und Schädlingen zu schützen, werden die Bambusstangen teilweise auch noch lackiert. Dadurch eröffnen sich weitere Gestaltungsmöglichkeiten und das Holz hält sich wesentlich länger.

Bambus ist günstig

Bambus ist ein nachwachsender Rohstoff und somit günstiger als andere Materialien. Dennoch müssen Sie gut 1.500 Euro investieren, wenn Sie ein Bambus Bike kaufen möchten. Zwar lässt sich das Material gut verarbeiten, das Zusammenführen der Bambusstangen mit den Verbindungen ist jedoch mit rund 80 Stunden sehr zeitaufwendig. Anschließend müssen noch das Sattel-Rohr, die Lenkstange sowie Räder, Kette, Pedale, Lenker und Sattel montiert werden. Mit einem speziellen Kleber wird die Konstruktion verbunden und später lackiert. Weitere Arbeitsschritte können anfallen, wenn Zusatzausstattung vorgesehen ist.

Bambusernte

Bambus Bikes selber bauen?

Wenn Ihnen die Preise für Bambus-Räder zu hoch sind, können Sie auch selbst Hand anlegen und sich selbst ein Fahrrad aus Bambus bauen. Allerdings müssen Sie sehr viel Zeit einplanen, handwerklich geschickt sein und Geld für die Materialien investieren. Zeit können Sie sparen, indem Sie bereits fertige Bambusrahmen kaufen, beispielsweise bei MyBoo. Der Hersteller arbeitet unter Durchsetzung hoher Sozialstandards mit einem Projekt in Ghana zusammen und vertreibt eine große Auswahl handgefertigter Bambusfahrräder.


Fakt ist: Fahrräder aus Bambus sind ökologisch wertvoll und werden mit steigender Nachfrage künftig auch zu günstigeren Preisen erhältlich sein. 

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